Finale des Race to Dubai

Martin Kaymer kann eine atemberaubende Saison in Dubai krönen. 15 Millionen Dollar werden beim Saisonfinale verteilt. Der Deutsche geht als Spitzenreiter im Race to Dubai in das letzte Turnier und kann nur noch von Graeme McDowell eingeholt werden.
Seit 2009 hat auch die European Tour das Ende einer langen Saison in ein wahres Spektakel verwandelt. Vorbild war die US PGA Tour, die 2007 den sogenannten FedEx-Cup eingeführt hatte. Dort wird ab September ein Playoff der 125 besten Spieler über vier Turniere veranstaltet, wobei das Starterfeld stetig verkleinert wird. Am Ende der Playoffs wird ein Jackpot unter den in der Gesamtwertung führenden Akteuren verteilt. Allein der Sieger (in diesem Jahr Jim Furyk) erhält zehn Millionen US Dollar.
Preisgeld durch Wirtschaftskrise geschrumpft
Ganz so locker sitzt das Geld auf der European Tour nicht. Ursprünglich sollten beim Finale in Dubai insgesamt 20 Millionen Dollar ausgeschüttet werden. Zehn Millionen davon waren als Preisgeld für das Finalturnier, die Dubai World Championship, geplant, die andere Hälfte als Jackpot für die besten 15 Spieler der Gesamtwertung.
Im Zuge der Weltwirtschaftskrise wurden die Gelder aber schon 2009 auf 15 Millionen Dollar zusammengestrichen. Das ist natürlich immer noch ein riesiger Haufen Geld, der auf die Spieler wartet. Neben dem Geld geht es auch um das Prestige. Der Sieger der Gesamtwertung des Race to Dubai (früher: Order of Merit oder einfach Geldrangliste) wird mit der Harry Vardon Trophy ausgezeichnet. Bernhard Langer gelang dies als bisher einzigem Deutschen in den Jahren 1981 und 1984 bereits zweimal.
Titelverteidiger ist Lee Westwood
Startberechtigt sind in Dubai die besten 60 Golfer der Geldrangliste. Gespielt wird im Jumeirah Golf Estates, einem Club mit den vier Kursen Earth, Wind, Fire und Water. Das Turnier wird auf dem Earth-Course, der von der ehemaligen Nummer eins der Welt, Greg Norman, designt wurde, ausgetragen. Im letzten Jahr gewann Lee Westwood das Turnier und sicherte sich auch den Sieg in der Gesamtwertung.
Zumindest letzteres wird ihm in dieser Saison nicht gelingen. Der Kampf um den Hauptteil des Jackpots in Höhe von 1,5 Millionen Dollar wird nur noch zwischen Martin Kaymer und Graeme McDowell entschieden.
Showdown zwischen Kaymer und G-Mac
Der Deutsche führt das Ranking vor dem Turnier mit 3,28 Millionen Euro an, G-Mac folgt mit 2,99 Mio. Euro dahinter. Sollte einer von beiden die Dubai World Championship gewinnen, dann ist ihm auch der Gesamtsieg sicher. Fakt ist, dass McDowell 290.911 Euro auf Kaymer gutmachen muss.
Wie auch immer das Finale enden wird, Kaymer und McDowell dürfen sich nach einer jeweils fantastischen Saison schon jetzt als Aufsteiger des Jahres fühlen. Beide feierten ihren ersten Majorsieg und gewannen gemeinsam den Ryder Cup. Kaymer holte zudem insgesamt vier Turniersiege, davon drei in Serie, G-Mac brachte es auf insgesamt drei Erfolge.
Beide gut in Form
„Es war eine fantastische Saison für mich, die meine Erwartungen weit übertroffen hat. Ich habe die letzten Monate sehr gut gespielt und gehe selbstbewusst in dieses Turnier. Hoffentlich spiele ich gut und bringe den Sieg im Race to Dubai irgendwie nach Hause“, erklärte Kaymer gegenüber europeantour.com.
Die zuletzt gezeigte Form sprach allerdings eher für McDowell, der bei seinen letzten drei Turnieren Erster, Dritter und Fünfter wurde. „Ich kann Martins Ball nicht kontrollieren, nur meinen. Ich geh da raus, spiele mein Spiel und warte ab, was passiert. Aber ich habe ein gutes Gefühl im Moment und weiß, dass ich gut genug spielen kann, um zu gewinnen“, so McDowell auf der Homepage der European Tour.
Lars Ahrens