Frost verzögert Phoenix Open in Arizona

Bild zum Artikel 'Frost verzögert Phoenix Open in Arizona'

Bei minus sieben Grad in der Nacht und klirrendem Frost am Morgen wollte man den Profis bei der PGA Tour in Scottsdale das Golfen nicht zumuten – die erste Runde wurde mit vier Stunden Verspätung gestartet. Dann brillierten zwei Männer, die im eisigen Norden der USA aufgewachsen sind.

Wer die TV-Serie „The Sopranos“ im Original gesehen hat, der weiß, dass „Waste Management“ (Müllverwertung) in den USA oft als Euphemismus für Organisierte Kriminalität verwendet wird. In diese Nähe wollen wir die „Waste Management Phoenix Open“ natürlich keineswegs rücken. Ebensowenig können wir belegen, dass die Angst um die eigenen Kniescheiben eine Rolle bei der Entscheidung vieler Golfer spielte, bei bitterer Kälte in der Wüste von Arizona anzutreten.

Wegen der kalten Temperaturen (nachts sank das Thermometer unter minus sieben Grad Celsius gefallen) verzögerte sich der Beginn der ersten Runde des Turniers in Scottsdale bei Phoenix, wo man bei dieser Kälte eigentlich keinen Koyoten vor die Tür jagen würde, um vier Stunden. Dann herrschten immerhin Plusgrade in der Sonora-Wüste. Am Nachmittag erreichte die Temperatur dann vergleichsweise warme plus sieben Grad – was Phil Mickelson dazu inspirierte, in kurzen Ärmeln auf die Runde zu gehen.

Ganz anders Bubba Watson, der eine Woche nach seinem Sieg in Torrey Pines mit Skimütze spielte, oder Bill Haas, der gegenüber der AP davon berichtete, „vier Lagen“ aufzutragen. Haas wurde durch den großen Ballast, den er mit sich herumtrug, allerdings nicht daran gehindert, die geteilte Führung zu übernehmen. Von denjenigen Golfern, die schon die komplette erste Runde beenden konnten (etwa die Hälfte des Feldes muss das am Freitag nachholen), gelang vieren eine 65er Runde. Neben dem formstarken Haas, Tom Gillis und Jason Bohn verblüffte vor allem der 51-jährige Tom Lehman mit der geteilten Führung.

Kälter als Eishockey in Michigan

Lehman, in Minnesota aufgewachsen, wo er als Kind noch viel kältere Bedingungen ertragen musste, wie er erzählte, hatte in Scottsdale vor elf Jahren seinen bislang letzten Turniersieg feiern dürfen. Während die Jugend im eisigen Norden der USA nicht nur Lehman, sondern auch Gillis offenbar half (Gillis erzählte der AP, als er zu Weihnachten in Michigan auf einem gefrorenen See Eishockey gespielt habe, sei es wärmer gewesen), litt der Kolumbianer Camilo Villegas sichtlich unter den Bedingungen und spielte mit 78 Schlägen die bislang schlechteste Runde des Turniers.

Für den Freitag war von den Meteorologen keine Besserung der Bedingungen angekündigt, so dass sich die Organisatoren des Turniers schon auf eine Doppel-Schlussrunde am Sonntag einstellen. Dann dürfte auch Mickelson Chancen auf den Sieg haben, der ebenso wie Dustin Johnson und Jeff Overton zwei Schläge zurückliegt.

Bubba Watson liegt hingegen wie Rickie Fowler und der venezolanische Shooting Star Jhonattan („Jonny“) Vegas schon fünf Schläge hinter dem Führungsquartett. Titelverteidiger Hunter Mahan und der Deutsche Alex Cejka drohen nach ihrer 71er Auftaktrunde gar, den Cut zu verpassen.

Daniel Raecke