Hoffman wie entfesselt, Woods bleibt Nummer eins

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Der große Sieger der Deutsche Bank Championship hieß Charley Hoffman, der mit einer grandiosen Schlussrunde einen nicht erwarteten Erfolg verbuchte. Doch es gab auch einen großen Verlierer und das war wieder einmal Phil Mickelson.

Das zweite Playoff-Turnier des FedEx-Cups war die elfte Veranstaltung in Serie, bei der Lefty Tiger Woods vom Thron in der Weltrangliste hätte stoßen können. Drei Runden lang hatte Mickelson konstant gutes Golf gezeigt und war mit fünf Schlägen Rückstand als Sechster auf die letzten 18 Löcher gegangen. Ein Vierter Platz hätte ihm gereicht, um Woods nach über fünf Jahren als Weltranglistenerster abzulösen.

Es sollte wieder nicht sein und beinahe fühlt man sich an längst vergessene Zeiten erinnert, als Mickelson das Image des ewigen Zweiten anhaftete. Und das, obwohl er mit 38 Siegen auf der US Tour zu den erfolgreichsten Spielern überhaupt zählt. Allerdings musste er bis 2004 auf seinen ersten Majorsieg warten und hatte zudem mit Tiger Woods den alles überstrahlenden Superstar stets vor seiner Nase. 

Ein Triple-Bogey wirft Mickelson aus der Bahn

Diesen Schatten wird Mickelson einfach nicht los. Woods schwächelt seit Monaten und hat seinen riesigen Vorsprung in der Weltrangliste auch aufgrund seiner langen Spielpause eingebüßt, doch Mickelson kommt nicht an ihm vorbei.

Bei der Deutsche Bank Championship in Norton/Massachusetts durfte er zumindest eine halbe Runde lang von der Wachablösung träumen. Zur Halbzeit lag Mickelson einen Schlag unter Par und hatte noch gute Chancen. Auf Bahn zehn platzten alle Träume.

Ein Triple-Bogey warf ihn weit zurück und brachte ihn völlig aus dem Konzept. „Ich habe das Turnier genossen, ich habe die Chance genossen, die ich heute hatte und ich hatte richtig Lust hier heute auf den Platz zu gehen. Aber die zweiten neun Löcher waren einfach nur frustrierend“, wurde Mickelson auf der Homepage der US PGA Tour zitiert.

Am Ende des Tages stand eine 76 auf seiner Score-Karte. Er wurde durchgereicht bis auf den 25. Platz und landete sogar noch weit hinter Woods. Vor rund einem Monat war es Mickelson beim Bridgestone Invitational ähnlich ergangen, als er den möglichen Sieg mit einer 78 am Schlusstag verschenkte. 

Stricker verpasst Chance

Tiger Woods setzte unterdessen seinen stetigen Aufwärtstrend fort und belegte den zehnten Platz. Damit ist er auch für das dritte von vier Playoff-Turnieren um den FedEx-Cup qualifiziert.

Zumindest blieb Mickelson eine Schmach erspart. Mit Steve Stricker nutzte ein weiterer Spieler seine Chance auf Platz eins in der Weltrangliste auch nicht. Der Amerikaner hätte angesichts der Ergebnisse seiner Rivalen das Turnier gewinnen müssen, doch auch er hielt dem Druck nicht stand. Zwei Bogeys auf den ersten drei Löchern ließen seine Titelverteidigung in weite Ferne rücken. Nach einer 71er Runde wurde Strecker schließlich Neunter.

Hoffman wie entfesselt

Abseits dieses Dreikampfs zog Charley Hoffman alle Blicke auf sich. Als Vierter war er auf die Runde gegangen und doch hatte ihn kaum einer auf der Rechnung. Das änderte sich schnell, denn mit vier Birdies auf den ersten fünf Löchern katapultierte sich Hofmann schnell an die Spitze. Nach einem kurzen Durchhänger ließ er auf den zweiten Neun sechs weitere Birdies folgen und schüttelte die Konkurrenz locker ab.

Schließlich siegte er mit fünf Schlägen Vorsprung auf die schlaggleichen Luke Donald, Geoff Ogilvy und Jason Day. Für Hoffman hatte sein zweiter Turniersieg unerwartet nette Nebengeräusche. Zu dem Preisgeld von 1,35 Millionen Dollar gesellte sich auch noch die realistische Chance auf den Jackpot von zehn Millionen Dollar, der dem Gesamtsieger des FedEx-Cups winkt.