Johnson führt bei British Open – Kaymer lauert

Die Freitagsrunde der 144. Open Championship in St. Andrews konnte aufgrund starker Regenfälle nicht zu Ende gespielt werden. Vor dem

dämmerungsbedingten Abbruch führte Dustin Johnson bei zehn unter Par mit einem Schlag Vorsprung auf den Engländer Danny Willett. Martin Kaymer machte durch eine 70er Runde Boden gut, Bernhard Langer bangt um den Cut.

Marcel Siem und seine Mitspieler im ersten Flight hatten kaum zu spielen begonnen, als die Verantwortlichen am frühen Morgen das Spiel aufgrund starker Regenfälle unterbrachen. Drei Stunden lang mussten die Spieler warten, ehe die Greenkeeper den Platz von den überbordenden Wasserpfützen befreien konnten.

In den verspäteten Vormittagspartien war es Danny Willett, der sich früh durch Birdies auf den Löchern 2, 5, 9 und 10 in Szene setzen konnte und die Führung von Dustin Johnson übernahm. Der Engländer musste zwar gegen Ende der Runde Bogeys auf den Löchern 15 und 17 hinnehmen, beendete seinen Tag aber mit einem abschließenden Birdie an der 18 und setzte sich dank einer 69er Runde bei -9 an die Spitze des Leaderboards.

Die Konkurrenz hatte dem zunächst wenig entgegenzusetzten. Einzig Zach Johnson und der Schotte Marc Warren konnten sich dank Runden von 71 beziehungsweise 69 Schlägen bei -7 an Willetts Fersen heften. Später am Nachmittag stieß Adam Scott zur Verfolgergruppe bei -7 dank einer bogeyfreien 67 hinzu. 

 

Siem scheitert am Cut – Langer zittert

Zu diesem Zeitpunkt waren die deutschen Spieler bereits im Clubhaus. Marcel Siem musste den schwierigen Bedingungen nach der Unterbrechung Tribut zollen und verpasste nach einer guten 70er Auftaktrunde mit einem Tagesergebnis von +3 den Cut.

Bernhard Langer war mit +2 in die zweite Runde gegangen und lieferte dank zweier Birdies auf den ersten neun Löchern eine starke Aufholjagd. Nach einem weiteren Birdie an der 13 schien der 57-jährige Anhausener den Einzug ins Wochenende bereits sicher zu haben, ehe er durch ein Bogey auf der 17 erneut auf die Cutgrenze zurückfiel. Bei noch 15 Flights auf der Runde liegt Langer ebenso wie der Österreicher Bernd Wiesberger bei Even Par auf dem geteilten 62. Rang, der derzeit für den Cut reichen würde.

Derlei Sorgen konnte sich Martin Kaymer mit einer grundsoliden 70er Runde früh entledigen. Kaymer startete früh mit einem Birdie auf der 2, dem er umgehend ein Bogey auf der 3 folgen ließ. Nach einem weiteren Schlaggewinn auf den Löchern 5 und 10 folgten Bogeys auf den Löchern 11 und 13. 

Tag 2 der British Open im RE-LIVE 

Johnson erobert Führung zurück

Dass die Achterbahnfahrt letztlich mit einem Happy End endete, verdankte Kaymer seinem guten Spiel auf den schwierigen letzten Löchern, auf denen er sich mit Birdies an den Löchern 14 und 18 sogar auf -3 im Gesamtklassement verbessern konnte. „Ich habe ganz gut angefangen und viele gute Abschläge gemacht, aber ich fand die ersten Neun heute sehr schwierig zu spielen“, kommentierte Kaymer, der derzeit auf dem geteilten 25. Rang liegt.

Der Nachmittag stand schließlich im Zeichen der Neuauflage des US-Open-Duells zwischen Jordan Spieth und Dustin Johnson. Während der Weltranglisten-Zweite auf der Jagd nach dem Grand Slam mit seinem Spiel haderte, setzte sich Johnson mit Birdies auf den Löchern 4,5, 7 und 10 schnell von den Verfolgern ab. Lediglich sein erstes Bogey des gesamten Turniers auf der 11 ließ den Vorsprung zwei Löcher vor dem Spielabbruch auf einen Schlag schrumpfen.

Spieth ließ gerade für seine Spielweise ungewöhnlich viele Schläge auf den Grüns liegen und hatte zum Zeitpunkt des Abbruchs drei Bogeys und drei Birdies auf die Scorekarte geschrieben. Gerade dem 21-jährigen Überflieger dürfte die Pause im Hinblick auf seine Siegchancen guttun. 

Woods taumelt „Missed Cut“ entgegen

Die Verfolgung Johnsons nahmen am Nachmittag andere auf. Allen voran Jason Day und Paul Lawrie mit einem Gesamtergebnis von -8 nach elf beziehungsweise zwölf gespielten Löchern werden bei der morgigen Fortsetzung der zweiten Runde ab 8 Uhr deutscher Zeit ein Wort im Kampf um den letzten Flight mitreden.

Weit davon entfernt waren am Freitag die lebenden Golflegenden Tiger Woods, Sir Nick Faldo und Tom Watson. Während Woods seinen hohen Ansprüchen einmal mehr nicht gerecht wurde und mit einem Tagesergebnis von +1 nach elf gespielten Löchern bereits fünf Schläge hinter der Cutgrenze bei Even Par liegt, verabschiedeten sich zwei große Männer des Golfsports von ihrem Lieblingsturnier.

Sowohl Tom Watson als auch Sir Nick Faldo wurde bei Ihrem letzten Auftritt vom Publikum ein warmer Empfang bereitet. Chancenlos waren beide im Rennen um den Cut gewesen, umso größer fiel jedoch der Jubel des Publikums am 18. Loch aus, als Faldo und Watson im Beisein von Familien und Freunden der Open Championship Lebewohl sagten.

Autor: Marco Kieferl