Jonathan Byrd siegt im Stechen mit einem Ass

Drei Spieler, ein Stechen, viertes Extra-Loch – es ist so Dunkel, dass die Spieler die Fahne kaum sehen können: 204 Yards ist das Loch entfernt und Jonathan Byrd schreitet zur Tat. Er holt aus, schlägt und sieht seinen Ball verschwinden. „Ist der drin?“, fragte er ungläubig. Ja, war er, herzlichen Glückwunsch zum Schlag des Jahres!
Seine beiden Kontrahenten Cameron Percy aus Australien und der Schotte Martin Laird durften zwar auch noch antreten, beide setzten ihren Ball aber ins Wasser und vermochten Byrds Kunstschlag nicht zu wiederholen. Es war das grandiose Ende einer denkwürdigen Schlussrunde bei der Justin Timberlake Shriners Hospitals for Children Open in Las Vegas.
Ein Loch wollten sie noch spielen
Die einbrechende Dunkelheit machte den Spielern im Playoff das Leben schwer. Nach dem dritten Extra-Loch unterhielten sich die drei Protagonisten darüber, ob man noch weitermachen könne. Sie einigten sich darauf, noch ein Loch zu spielen.
Welch ein Glück für Byrd, der schon zuvor mit Fortuna im Bunde war. An eben jedem dritten Playoff-Loch wäre er beinahe schon ausgeschieden. Sein Annäherungsschlag schoss über das Grün hinaus und stoppte gerade rechtzeitig vor einem Wasserhindernis. Er rettete das Par und blieb im Rennen.
„Ich bin geschockt“, erklärte Byrd nach dem furiosen Finale gegenüber pga.com. Für seien vierten Sieg auf der US Tour kassierte er ein Preisgeld in Höhe von 774.000 Dollar. Diesen Scheck konnte er gut gebrauchen, denn vor dem Turnier musste er sich ernsthaft Sorgen um seine Spielberechtigung für die kommende Saison machen. Das ist nun Geschichte, denn der Triumph beschert ihm die Tourkarte für die kommenden zwei Jahre.
Zwei Pechvögel
Des einen Freud ist des anderen Leid. Cameron Percy hätte in seinem ersten Jahr auf der Tour unbedingt gewinnen müssen, um die Spielberechtigung zu behalten, doch das Hole-in-One machte all seine Hoffnungen zunichte.
Dass es überhaupt zu einem Stechen gekommen war, hatte ebenfalls schon eine spannende Vorgeschichte. Auf der Schlussrunde führten zeitweise sechs schlaggleiche Spieler das Feld an. Am Ende schien sich Webb Simpson einen entscheidenden Vorteil erspielen zu können.
Mit einem Schlag Vorsprung erreichte er Bahn 17. Simpson, der ebenfalls erst seine zweite Saison spielt und noch kein Turnier gewinnen konnte, versagten die Nerven und er donnerte seinen Abschlag ins Wasser. Ein Doppelbogey war die Folge und somit verpasste er nicht nur den möglichen direkten Sieg, sondern auch die Teilnahme am Stechen.