Kurz vorgestellt: Zehn Favoriten für das US Masters

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Das Comeback von Tiger Woods überstrahlt beim US Masters alles. sportal.de fragt sich, wer dem Superstar sportlich die Show stehlen kann und stellt zehn Kandidaten kurz vor.

Die Auswahl der Favoriten ist beim Golf im Allgemeinen und beim Masters im Speziellen extrem schwer. Angel Cabrera, Trevor Immelman und Zach Johnson hießen die letzten drei Sieger in Augusta und wohl kaum ein Experte hätte vorher auf einen von ihnen gewettet. sportal.de hat sich bei der Auswahl für eine Mischung aus erfahrenen Akteuren und/oder zuletzt stark aufspielenden Profis entschieden.

Steve Stricker
Der Amerikaner nahm 19 Jahre Anlauf, um richtig durchzustarten. Seit 1990 ist er bereits Profi und fester Bestandteil der US PGA Tour. Doch was sich im Jahr 2009 ereignete ist bemerkenswert. Im reifen Alter von 42 Jahren erreichte Stricker ein Leistungsniveau, das ihm wohl niemand mehr zugetraut hatte. Drei Siege, zwei zweite Plätze, ein dritter Rang sowie elf Top-10-Ergebnisse bei 22 Starts waren seine famose Ausbeute. In der Weltrangliste katapultierte er sich auf den zweiten Rang. 2010 knüpfte er nahtlos daran an und feierte erneut einen Sieg sowie einen dritten Rang. Stricker ist reif für seinen ersten Major-Sieg und Augusta könnte ein gutes Pflaster dafür sein. Im letzten Jahr schnupperte er dort als Sechster bereits Höhenluft.

Retief Goosen
Der Südafrikaner spielt eine richtige gute Saison, allerdings mit einem kleinen Makel: Goosen konnte im Jahr 2010 noch kein Turnier gewinnen. Vielleicht hat er sich das auch nur für den ersten Höhepunkt in Augusta aufgehoben, wo er immerhin schon zweimal Zweiter war. Bei sieben Starts schaffte er diese Saison fünfmal eine Top-10-Platzierung. Der 41-Jährige verfügt über jede Menge Erfahrung und weiß, wie man Major-Turniere gewinnt. Zweimal siegte er bei den US Open.

Padraig Harrington
Das Grüne Jackett fehlt noch im Schrank des Iren, der zweimal die British Open und einmal die PGA Championship gewinnen konnte. Der Meister des kurzen Spiels kam zuletzt immer besser in Schwung und hätte sicherlich schon ein Turnier gewonnen, wäre da nicht die verflixte letzte Runde. Brauchte er für die ersten beiden Runden in dieser Saison im Schnitt 69,38 Schläge, so waren es auf den letzten 18 Löchern 72,6. Zuletzt zerstörte Harrington mit einer indiskutablen 77 bei der Shell Houston Open seine Siegchance. Hält er in Augusta vier Runden lang sein Spiel zusammen, dann ist alles möglich.

Ernie Els
Ernie Els ist momentan so stark wie lange nicht. Mit seinen beiden März-Siegen bei der WGC-CA Championship und dem Arnold Palmer Invitational, die ihn zum einzigen zweifachen Turniersieger der Saison machten, katapultierte sich der Südafrikaner unter die großen Favoriten auf das Grüne Jakett – es wäre sein erstes. Zwischen 2000 und 2004 landete er jedes Jahr unter den besten Sechs. 2004 war er sogar ganz dicht dran am Sieg. Doch bereits im Clubhaus sitzend musste Els mitansehen, wie Phil Mickelson ihm am letzten Loch noch den Sieg entriss. Auch wenn er seitdem in Augusta oft mit Problemen zu kämpfen hatte, zwischen 2007 und 2009 dreimal in Folge am Cut scheiterte: In Augusta muss man mit ihm rechnen. „Ich war hier schon so oft, über diesen Kurs kann mir keiner etwas erzählen, was ich nicht schon weiß. Im Ernst, ich kenn mich hier bestens aus“, kündigte er auf seiner Website an.

Geoff Ogilvy
Er ist lang vom Tee, spielt präzise mit den Eisen und ist ein guter Putter – eigentlich bringt der Australier alles für ein gutes Ergebnis beim Masters mit. Doch so einfach ist das nicht. Ogilvy gleicht einer Wundertüte, bei der man nie weiß, was am Ende herauskommt. Bei großen Turnieren sollte man ihn jedoch stets auf der Rechnung haben. Sieben Titel gewann er seit 2005 auf der US Tour. Darunter waren ein Major-Sieg und drei WGC-Titel. Oftmals verschwindet der 32-Jährige allerdings auch in den Niederungen des Leaderboards. 2010 gewann er den Saisonauftakt auf Hawaii und spielte bei seinem fünf weiteren Starts keine Rolle mehr. Möglicherweise hat er sich das nächste gute Resultat für das Masters aufgehoben. Mehr als Platz 15 sprang für Ogilvy bei fünf Starts im Augusta National Golf Club bisher nicht heraus.

Charl Schwartzel
Als einen der Geheimfavoriten auf eine Top 10-Platzierung muss man den erst 25 Jahre alten Südafrikaner Charl Schwartzel nennen. Ein Sieg käme bei seinem Masters-Debüt schon einer Sensation gleich, aber dass er 2010 die Form hat, um mit der Weltspitze mitzuhalten, hat der Mann aus Johannesburg bei seinen beiden Turniersiegen im Januar auf der European Tour (Africa Open und Joburg Open) sowie bei seinem knappen zweiten Platz hinter Ernie Els bei der WGC-CA Championship und seinem sehr guten Golf am vergangenen Wochenende in Houston, wo er sich den geteilten dritten Platz holte, gezeigt. Speziell auf dem Blue Monster Course von Doral in Florida, als er sich Els nur knapp geschlagen geben musste, könnte ein gutes Omen für das Masters sein, ist der Platz in Augusta doch ähnlich schwer und gerade auf den back nine mit fiesen Wasserhindernissen gespickt.

Matt Kuchar
Matt wer? Zugegeben, Kuchar gehört bisher nicht zu den großen Stars der Szene, aber betrachtet man seine letzten Ergebnisse, dann gehört der 31-jährige Amerikaner ganz sicher zu Geheimfavoriten. Bei seinen letzten 14 Stars kam er achtmal unter die ersten Zehn und feierte einen Sieg. Hinzu kamen drei weitere Top-3-Platzierungen. In der Statistikrangliste, die von der Drive-Länge bis zur durchschnittlichen Anzahl der Putts alle relevanten Punkte berücksichtigt, belegt er in dieser Saison den zweiten Platz. Beim Masters konnte Kuchar bisher bei vier Starts allerdings noch keine Bäume ausreißen (beste Platzierung Rang 21). Zudem muss er an den ersten beiden Tagen in einem Flight mit Tiger Woods antreten, was stets eine besondere Herausforderung ist.

Phil Mickelson
Auch wenn die Saison bisher mit gerade einmal einer Top-Ten-Platzierung überhaupt nicht nach dem Geschmack von Phil Mickelson verlief, abschreiben sollte man den Linkshänder nicht. Denn Augusta ist ein besonderes Pflaster, eines, das ihm ganz besonders liegt. Seit 1999 landete Mickelson beim Masters nur einmal außerhalb der ersten Zehn. 2004 und 2006 gewann er das Event sogar. Die verlängerten Plätze kommen Leftys verbesserten Drives entgegen und das Putting ist sowieso eine seiner Stärken. Wenn sich seine ansteigende Form aus den letzten Wochen fortsetzt, und er vor allem endlich Konstanz in seine Leistungen bekommt, kann Mickelson wieder ganz weit vorne landen. „Ich muss nur noch den kleinen entscheidenden Dreh finden, dass es klick macht“, gab er sich vor dem Start zuversichtlich.

Paul Casey
Wegen einer Rippenverletzung, die er sich bei den Open zugezogen hatte, konnte Paul Casey in der zweiten Jahreshälfte 2009 kaum Golf spielen. So rutschte er in der Weltrangliste von Platz drei auf momentan Platz sechs ab. Aber der Engländer ist ein Mann für die großen Turniere, was seine Ryder Cup-Bilanz ebenso belegt wie seine guten Platzierungen bei den beiden WGC-Turnieren dieses Jahres. In der World Match Play Championship unterlag er erst im Finale Ian Poulter, und bei der CA Championship erzielte er mit konstantem, gutem Golf eine weitere Top-10-Platzierung. Beim Masters, das er bei seinem Debüt 2004 als Sechster beendete, muss Casey zu den Mitfavoriten gezählt werden.

Martin Kaymer
Okay, zu den großen Favoriten gehört der junge Deutsche sicher nicht. Bei seinen bisherigen zwei Auftritten im Augusta National Golf Club scheiterte er jedesmal am Cut. Auch die Generalprobe 2010 in Houston endete zur Halbzeit. Aber, dass der neunte der Weltrangliste durchaus zu glänzen versteht, bewies er in dieser Saison als Sieger in Abu Dhabi, als Vierter in Dubai und als geteilter Dritter in Doral. Beste Voraussetzungen für eine gute Platzierung, zumal er seinem Vater, der ihn zum ersten Mal nach Augusta begleitet, einiges versprochen hat. „Ich werde ihm jeden Morgen das Frühstück machen und ihn dann anfeuern. Dafür habe ihm das Versprechen abgerungen, den Cut zu schaffen, damit wir die ganze Woche hier genießen können“, erklärte Horst Kaymer gegenüber golf.com.

Lars Ahrens, Daniel Raecke und Malte Asmus