Masters: Guan im Cut, Couples und Langer vorne dabei

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Da wäre zum einen der mit 55 Jahren 41 Jahre ältere Bernhard Langer, der nach einer erneuten 71er Runde mit vier Schlägen Rückstand auf dem geteilten 14. Rang liegt, und der im Augusta National Club bereits zwei Mal das grüne Siegerjackett überstreifen durfte. Zuletzt 1993, fünf Jahre vor Guans Geburt. „Ich werde langsam alt“, sagte Langer anschließend: „Aber ich glaube nicht, dass es so viele Spieler gibt, die mit 55 Jahren hier den Cut geschafft haben. Es fühlt sich gut an, am Wochenende dabei zu sein. Ich würde jetzt gerne noch mehr erreichen.“

Für noch mehr Furore sorgte Fred Couples, immerhin 53 Jahre alt. Couples, wegen seiner langen Abschläge auch Boom Boom genannt, spielte sich mit einer 71er Runde nach seinem Auftakt mit 68 Schlägen an den Führenden Jason Day bis auf einen Schlag heran. „Wenn ich hier gewinne, werde ich meine Karriere beenden“, gab Couples im Überschwang des mit Marc Leishman geteilten zweiten Platzes gegenüber Skysports seine Zukunftspläne zu Protokoll.

Der erst 14-jährige Guan, der bereits als jüngster Spieler in der Historie des US Masters einen Eintrag verdient hatte, sorgte am zweiten Tag für zwei weitere Vermerke: Zum einen war er der erste Golfer seit 1995, der für langsames Spiel einen Strafschlag kassierte. Dieser hätte ihn fast die dritte Errungenschaft der Masters-Woche gekostet: Den Cut. Der Aufschrei der Expertenwelt per Twitter blieb am Ende jedoch ungehört: Er habe wiederholt die vorgeschriebene Zeit von 40 Sekunden für die Ausführung des Schlages überschritten, begründeten die Masters-Veranstalter die Entscheidung. „Er wurde mehrfach verwarnt“, erklärte der für die Strafe zuständige Unparteiische John Paramor gegenüber yahoosports.com.

Bei den älteren Kollegen fand Guan weniger Verständnis als bei TV-Experten wie Bob Harig von ESPN. Der hatte sich nach Paramors Entscheidung auf die Seite des Teenagers gestellt: „Es ist hier eh schon brutal langsam heute, und dann statuiert man auch noch ein Exempel an einem 14-Jährigen?“, machte Harig seinem Unmut via Twitter Luft. „Es ist ja nicht so, als würden sie hier rumlaufen und dauernd Schlagstrafen aussprechen. Er ist nun mal im Teilnehmerfeld, auch wenn es sich hart anhört, dass hier ein 14-Jähriger bestraft wird. Er hat aber einige der Jungs heute geschlagen, egal wie alt er ist“, nahm Couples laut BBC die Entscheidung dagegen in Schutz.

Für Guan blieb der Strafschlag, der ihn fast den Cut gekostet hätte ohne Folgen und so durfte er sich auch als jüngster Spieler in der Masters-Historie erneut in das Geschichtsbuch eintragen: Mit insgesamt 148 Schlägen rutschte er gerade noch so in das Feld für die dritte und vierte Runde. Bei seinen Flighpartnern Ben Crenshaw und Matteo Manassero, die hingegen beide den Cut verpassten, hatten sich gemischte Gefühle nach Beendigung ihrer gemeinsamen Runde, die Guan vorerst im Ungewissen ließ, eingestellt. „Ich fühle mich richtig schlecht, er ist 14 Jahre alt. Das täte mir leid, wenn es so enden würde“, ließ der 61-Jährige und zweifache Masters-Sieger laut bbc.co.uk Altersmilde walten.

„Wenn ihm sein Caddie den Schläger gibt, ist er eigentlich bereit für den Schlag. Doch dann stellt er noch eine Frage, auf die er eigentlich die Antwort weiß. Deswegen braucht er lange“, erklärte Mannasero, bis zu Guans Happy End als 16-Jähriger 2009 der jüngste Masters-Spieler im Cut. „Er tut uns allen Leid, aber das ist Profisport.“

Nicht so gut lief es für Martin Kaymer. Der frühere Weltranglistenerste begann wie schon bei seiner Par-Runde am ersten Tag mäßig – mit zwei Bogeys an den ersten beiden Löchern. Zwei weitere Bogeys und ein Birdie ließ er bis zu seiner Ankunft im Klubhaus mit einer 75 im Gepäck folgen. Der 28-Jährige liegt vor den letzten beiden Runden mit insgesamt 147 Schlägen auf dem geteilen 47. Rang.

Den Cut schaffte Kaymer trotz der mäßigen Vorstellung zum zweiten Mal in Augusta. Für das Wochenende qualifizierten sich die Top 50 und alle, die innerhalb von zehn Schlägen zum Führenden lagen.

Tiger Woods, der sich mit einer 70 am ersten Tag in Lauerstellung befand, liegt nach seiner 71 drei Schläge hinter dem Führenden Day auf dem geteilten siebten Rang. Dabei wäre für den Weltranglistenersten noch mehr drin gewesen. Auf dem 13. Grün vermasselte er einen Zwei-Meter-Putt und vergab somit die Chance zur alleinigen Führung.

Unglaubliches Pech hatte Woods dann auf der 15, als der Ball nach einem Schlag gegen den Flaggenstock prallte und von dort aus ins Wasser fiel. Nach dem Strafschlag war die geteilte Führung weg.

Einen unfassbar bitteren Tag erlebte Dustin Johnson, der die erste Runde mit einer 67 auf dem dritten Rang abgeschlossen hatte. Der Amerikaner lag nach der 13 alleine an der Spitze des Leaderboards, doch dann versagten seine Nerven. An den letzten fünf Löchern leistete sich Johnson zwei Double-Bogeys und zwei Bogeys und beendete die zweite Runde mit einer 75. In Sachen Absturz muss auch Sergio Garcia, der nach der ersten Runde noch gemeinsam mit Leishman in Führung gelegen hatte, erwähnt werden. Der Spanier kam nicht über eine 76 hinaus und fiel auf zwei unter Par zurück.

Der Weltranglistenzweite Rory McIlroy (Nordirland) hatte so seine Schwierigkeiten mit der Konstanz, beendete die zweite Runde letztlich aber mit einer versöhnlichen 70 und liegt nach seiner Even-Par-Runde am Donnerstag halbwegs auf Kurs. Einen ziemlich gebrauchten Tag erwischte auch Kaymers Flight-Partner Phil Mickelson, der auf seine 71 zum Auftakt eine 76 folgen ließ. Dabei leistete sich der Amerikaner fünf Bogeys und einen Double-Bogey. Auf der 12 versenkte Mickelson zudem einen Abschlag im Wasser.