Ryder Cup: Das ist Europas Team

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Die großen Überraschungen blieben bei der Bekanntgabe der beiden Wildcards für Europas Ryder Cup-Team aus. Nachdem am Vortag mit Abschluss der Johnnie Walker Championship die zehn über die Rangliste qualifizierten Spieler feststanden, komplettierte Olazabal sein Team mit Colsaerts und Poulter. Es war eine logische Wahl, denn die beiden sind in der World Points List auf den Rängen elf und zwölf platziert und zählen auch in der Weltrangliste zu den 12 besten Europäern.

Poulter und Colsaerts sind Match Play-Experten

Erstmals hat Olazabal in der Ryder Cup-Geschichte ein Team beisammen, das auch aus den 12 in der Weltrangliste am besten platzierten Europäern besteht. Alle sind unter den Top-35 platziert. Colsaerts und Poulter haben zudem in der Vergangenheit bereits ihre Stärke im Kampf Mann gegen Mann bewiesen. Colsaerts gewann in diesem Jahr die Volvo Match Play Championship und krönte damit seine tolle Saison, in der er reihenweise Top-10-Platzierungen einfuhr. Er ist erstmals beim Ryder Cup dabei und zudem der erste Belgier, der sich qualifizieren konnte.

Poulters Qualitäten sind unbestritten. Er war schon dreimal beim Ryder Cup dabei und gewann zweimal mit Europa den Titel. Er zählt zu den weltbesten Match Playern und hat beim Ryder Cup von seinen elf Spielen acht gewonnen. Drei Top-10-Platzierungen bei den Majorturnieren, darunter Rang drei zuletzt bei der PGA Championship sprachen ebenfalls für ihn.

Harrington und Cabrera-Bello fehlen die Argumente 

Ins Schwanken wäre Jose Maria Olazabal wohl nur gekommen, wenn die letzten beiden Turniere, die Johnnie Walker Championship auf der European Tour und das The Barclays auf der US Tour, einen anderen Verlauf genommen hätten. In Gleneagles hätte der Spanier Raffael Cabrera-Bello mit einem Sieg nachhaltigen Eindruck hinterlassen können, doch am Ende reichte es für ihn nur zu Rang zehn.

Auch Padraig Harrington galt als potenzieller Wildcard-Kandidat und spätestens als der Ire nach der ersten Runde beim The Barclays in Führung lag, horchten alle Ryder Cup-Aspiranten auf. Harrington konnte diesen Lauf allerdings nicht fortsetzen und Olazabal als geteilter 19. schließlich keine Argumente für eine Nominierung liefern.

Acht Ryder Cup-Sieger von 2010 im Team 

Dem spanischen Ryder Cup-Kapitän und seinen vier Assistenten, Thomas Björn, Darren Clarke, Paul McGinley und Miguel Angel Jimenez blieben also knifflige Entscheidungen erspart. Sie schicken mit Lee Westwood, Rory McIlroy, Luke Donald, Sergio Garcia, Justin Rose, Peter Hanson, Francesco Molinari, Paul Lawrie, Martin Kaymer, Graeme McDowell, Nicolas Colsaerts und Ian Poulter eine bärenstarke Mannschaft ins Rennen, in der acht Sieger vom 14,5 zu 13,5-Triumph aus dem Jahr 2010 stehen.

US-Kapitän Love III steht vor einer schweren Aufgabe

Mächtig ins Schwitzen kommt hingegen der US Ryder Cup-Kapitän Davis Love III. In den USA wurde der Qualifikationsmodus dahingehend geändert, dass sich nur noch acht Spieler über die Rangliste einen Platz sichern. Tiger Woods, Bubba Watson, Jason Dufner, Keegan Bradley, Webb Simpson, Zach Johnson, Matt Kuchar und Phil Mickelson haben somit ihren Platz schon sicher.

Vier Spieler darf Love per Wildcard nominieren und genau das wird langsam zum Problem. Hunter Mahan, Steve Stricker und Jim Furyk galten lange Zeit als sichere Kandidaten, zudem viel häufig der Name Rickie Fowler, der in diesem Jahr sein erstes Turnier gewann und beim letzten Ryder Cup als Rookie einen starken Eindruck hinterlassen hatte.

Watney spielt sich in den Vordergrund

Die aktuelle Entwicklung zwingt Love zu neuen Überlegungen. Mit einer überragenden Vorstellung sicherte sich Nick Watney beim The Barclays noch den Sieg. Mit einer 69er Schlussrunde und einem überragenden Wert von 94 Prozent getroffenen Grüns fing er auf dem schweren Kurs von Bethpage State Park Sergio Garcia noch ab, der am Ende geteilter Dritter wurde.

Damit nicht genug, Mit Brandt Snedeker und Dustin Johnson spielten sich auf den Rängen zwei und drei weitere Akteure in den Vordergrund, die nun für eine Wildcard infrage kommen. Davis Love III steht damit vor einer ähnlichen Aufgabe wie Colin Montgomerie im Jahr 2010 in Europa.

Er hatte drei Ryder Cup-Wildcards zur Verfügung und musste trotzdem Paul Casey und Justin Rose Zuhause lassen. In Europa wurde der Modus danach wieder geändert und die Anzahl der Wildcards auf zwei zurückgefahren, um der Rangliste mehr Gewicht zu verleihen. Die USA gingen einen anderen Weg und erhöhten gar auf vier Captains-Picks. Es wird prominente Opfer geben, egal wie Love III sich bei der Auswahl seines Ryder Cup-Teams entscheidet.