Snedeker führt bei The Open

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„Ich glaube, jeder hier im Raum ist mindestens so geschockt, wie ich es gerade bin“, erklärte der glückliche, aber sichtlich überraschte Brandt Snedeker nach seiner Super-Runde am zweiten Tag der The Open Championship. Einen Tag nach Adam Scott war es ihm gelungen mit einer 64er-Runde den Platzrekord im Royal Lytham and St. Annes zu egalisieren.



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Die Leistung des Amerikaners, der mit -10 nun einen Schlag vor Scott (-9) und vier Schläge vor Tiger Woods (-6) die Führung inne hat, ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil er bei seinen bisher gespielten 36 Löchern ohne Bogey blieb.

Snedeker hat aus Masters-Pleite gelernt

Insgesamt war das bei einem Major in den letzten 20 Jahren zuvor zwei Spielern gelungen, im Royal Lytham ist Snedeker der allererste. Mit seinen 130 Schlägen insgesamt egalisierte er zudem die bisher von Nick Faldo allein gehaltene Bestmarke für den niedrigsten Major-Score aller Zeiten. An der Spitze bei einem der großen Turniere hatte Snedeker noch nie gelegen, was wohl seine Überraschung erklärt.

Beim Masters 2008 hatte er einen Tag vor Ende zwei Schläge hinter Trevor Immelmann gelegen und sich leise Hoffnungen auf das Grüne Jackett gemacht. Doch auf der Schlussrunde brach er mit einer 77 ein und musste sich am Ende mit dem dritten Rang begnügen.

„Damals habe ich gelernt, dass ganz egal wie oft man behauptet, dass man sich nicht mit der Platzierung beschäftigt, man es doch tut“, erklärte Snedeker im Interview auf der Pressekonferenz. Jetzt wolle er es anders machen. „Ich nehme es an und versuche das Beste daraus zu machen.“

Kaymer scheitert am Cut

Zwei Runden muss er noch überstehen. Auch in dieser Position war er noch nie, bei seinen vorherigen drei Open-Starts scheiterte er immer am Cut. Streitig machen wollen ihm den Sieg vor allem der zweitplatzierte Scott, der seiner 64 vom Vortag eine 67 folgen ließ, und natürlich Tiger Woods, der zwar vier Schläge Rückstand aufweist, trotzdem aber immer noch hervorragende Chancen auf seinen vierten The Open-Titel, 15. Majorsieg und den Sprung auf Platz eins der Weltrangliste hat. Vor allem sein letzter Schlag des Tages – aus dem Bunker ins Loch – macht Geschmack auf mehr.

Mehr wird es dagegen von Martin Kaymer (+6) nicht geben. Der Deutsche steigerte sich nach seinem verpatzen Auftakt zwar, spielte eine gute 69. Doch der Rückstand angesichts seines schlechten Vortagesergebnisses konnte er damit nicht wettmachen. „Es ist schade, aber ich habe gekämpft“, sagte Kaymer, der wie marcel SIem (+4) am Cut scheiterte. Er befindet sich aber in guter Gesellschaft. Denn auch Titelverteidiger Darren Clark und Phil Mickelson sind raus.