Westwood löst Woods als Nummer eins ab

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Lee Westwood hat Tiger Woods nach 281 Wochen an der Spitze der Weltrangliste abgelöst. Martin Kaymer nutzte seine Chance beim Andalucia Masters nicht, die nächste Gelegenheit bietet sich in dieser Woche. Beim WGC HSBC Champions in Shanghai kommt es zum Showdown mit Tiger Woods und Phil Mickelson.

Auch Westwood wird, so es seine Verletzung zulässt, in China sein Comeback auf der Tour geben. „Lee hat es wirklich verdient. Er ist einer der Besten und Größten“, sagte Kaymer, der seinen Gipfelsturm in Spanien am Wochenende mit Platz 21 nicht verwirklichen konnte.

Westwood übernahm als erster Europäer seit seinem Landsmann Nick Faldo 1994 die Spitze. Möglich machte es die besondere Golf-Arithmetik, bei der die Resultate der vergangenen 24 Monate auf den fünf Kontinent-Touren addiert und subtrahiert werden. Kaymer spielt seit 2006 auf der Europa-Tour, war in diesem Jahr vor Westwood weltweit der beste Punktesammler und erster Anwärter.

Woods hofft auf ein gutes Ende

Woods nahm im Selbstverzicht das Unvermeidliche völlig emotionslos hin: „Um Platz eins zu verteidigen, muss man gewinnen. Das habe ich nicht getan. Es bleiben noch drei Turniere, um ein Katastrophenjahr zum guten Ende zu bringen.“ Erstmals in seiner 14-jährigen Weltkarriere hat der Superstar bisher keinen Titel in einer Saison gewinnen können und zudem freiwillig auf die Teilnahme am Turnier im spanischen Sotogrande verzichtet.

Stattdessen zeigte sich der 34-Jährige, der sich 2010 wegen seiner Skandale eine fünfmonatige Pause gönnte, in Japan bei einem Show-Wettkampf. Denn bereits ab Donnerstag stehen sich bei der HBSC Championship in Schanghai mit Kaymer als Nummer drei sowie dem viertplatzierten Phil Mickelson die Besten der Besten erstmals seit Monaten im direkten Vergleich gegenüber. Ob der 37-jährige Westwood Platz eins verteidigt, bestimmt das ärztliche Bulletin des verletzten Briten.

Westwood genießt den Augenblick

Westwood war 2003 auf Rang 266 zurückgefallen und hatte sich – ohne bisher überhaupt ein Major gewonnen zu haben – wieder ganz nach oben gearbeitet. Jeweils Rang zwei in diesem Jahr beim US Masters und der British Open zählten zu seinen Highlights.

„Es geht nicht nur darum, Major-Turniere zu gewinnen. Sonst hätten wir nach jedem Major eine neue Nummer eins. Es geht um Konstanz über einen bestimmten Zeitraum. Das ist der Grund, warum ich jetzt gerade da oben stehe. Das gibt mir einen enormen Schub Selbstvertrauen und ich hoffe ich spiele gut genug, um eine Weile an der Spitze zu bleiben“, erklärte Westwood auf europeantour.com.

„Sich hinzusezten und sagen zu können, ich bin derzeit der beste Golfer auf diesem Planeten, ist der bedriedigenste Moment in meiner Karriere bis jetzt“, fuhr der Engländer fort.