Woods verzichtet auf Ryder-Cup-Teilnahme
Team USA muss auf seinen Superstar verzichten: Tiger Woods hat die von Kapitän Tom Watson angebotene Wildcard ausgeschlagen und freiwillig
auf seine achte Teilnahme am Ryder Cup verzichtet. „Ich habe mit Tom darüber gesprochen. Ich war natürlich begeistert davon, dass er mir den Start ermöglichen wollte, aber ich habe das abgelehnt“, teilte der 14-malige Major-Champion auf seiner Homepage mit. Grund dafür sind anhaltende Rückenbeschwerden, die Woods schon bei der US PGA Championship nicht in Form kommen ließen.
Ende Juni, rund drei Monate nach einer erneuten Rückenoperation, war Woods auf den Golfplatz zurückgekehrt, zog sich aber in der vorletzten Woche bei der World Golf Championship in Akron/Ohio erneut eine Blessur zu. Er startete zwar bereits wieder in der Woche darauf im Valhalla Golf Club, war dort aber nur ein Schatten seiner selbst und scheiterte nach zwei Runden am Cut.
Die Absage fürs Team USA erfolgte auf ärztlichen Rat. „Sie haben mir gesagt, dass meine Rückenmuskulatur heilen muss. Sie haben mir geraten, nicht zu spielen oder zu trainieren. Ich bin froh darüber, dass die neuen Beschwerden keine Spätfolgen der Operation sind“, erklärte der 38 Jährige.
„Brauchen Tiger in diesem Sport“
Tom Watson, selbst achtmaliger Major-Gewinner, hatte dem Tiger dennoch ein Hintertürchen für den traditionellen Kontinentalvergleich gegen Titelverteidiger Europa offen gelassen und stets betont, dass ihm dessen Teilnahme wichtig sei. Sportlich hatte sich Woods nicht qualifiziert.
„Mein größter Wunsch ist, dass Tiger gesund und wettbewerbsfähig ist und ich hoffe, dass er schnell zum Spiel zurückkehren wird“, sagte Watson zu der Entscheidung: „Natürlich bin ich enttäuscht, dass Tiger Woods darum gebeten hat nicht für das Ryder-Cup-Team berücksichtigt zu werden und dass seine Gesundheit nicht ist, wie sie sein sollte. Ich denke wir stimmen alle überein, wenn ich sage, dass wir Tiger in diesem großartigen Sport brauchen und er sich korrekt verhalten hat, indem er mich früh im Auswahlverfahren informiert hat.“
Auch PGA-Präsident Ted Bishop zollte dem Verzicht von Woods Respekt: „Mit dieser Entscheidung hat Tiger das US-Ryder-Cup-Team und sein Gesundheit an die erste Stelle gesetzt. Dieser Schritt hat Klasse, ist respektvoll und verschafft Kapitän Watson ein Menge Zeit, um seine Team-Pläne anzupassen.“
Durchwachsene Ryder-Cup-Bilanz von Woods
Der Ryder Cup findet vom 26. bis 28. September im schottischen Gleneagles auf dem Centenary Course in Perthshire statt. In dem Team-Duell, das zu den bedeutendsten Sportereignissen weltweit gehört, hatte sich der Einzelkünstler Woods allerdings nur selten auch als ein hervorragender Mannschaftssportler präsentiert.
Die Bilanz von Woods fällt daher auch eher durchwachsen aus. Von seinen insgesamt 29 Matches im Ryder Cup konnte Woods nur 13 gewinnen, neben 14 Niederlagen kam er noch auf zwei Punkteteilungen. Mit insgesamt 14 Punkten liegt Woods klar hinter Europas Größen Sir Nick Faldo (England/25 Punkte aus 46 Spielen) und Bernhard Langer (Anhausen/24 Punkte aus 42 Partien).
Um die Plätze im US-Team streiten sich fortan: Der fünfmalige Major-Champion Phil Mickelson, der zweimalige Masters-Champion Bubba Watson, der US-Open-Champion von 2003 Jim Furyk, 2007 Masters-Champion Zach Johnson und die PGA-Tour-Stars Rickie Fowler, Matt Kuchar, Jordan Spieth, Jimmy Walker and Patrick Reed.